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Baggerseen….. …..sie können für uns Karpfenangler sehr interessante Gewässer sein. Sind sie alt genug, beherbergen sie in der Regel auch schöne und große Fische. Wenn die Bagger oder Spülarbeiten abgeschlossen sind, kann man hier auch relativ entspannt angeln, bis auf die Sommermonate, dann tummeln sich an den Wochenenden dort sehr viele Badegäste und erschweren das Angeln enorm, da sie wie die Heuschrecken über den See herfallen ohne Rücksicht auf Verluste. Ruhiges entspanntes Angeln ist dann nicht möglich. An heißen Wochenenden meide ich dann solche Gewässer. Wird an den Seen aber noch gebaggert oder gespült, bergen sie auch große Gefahren.

Ich möchte hier mal über ein Erlebnis berichten, das mir bei einem Ansitz passiert ist.

Es war an einem schönen Spätsommertag, die Fische bissen und ich hatte Besuch von zwei Junganglern. Wir redeten über meine Fänge am Wochenende. Da ich eine Montage neu abgelegen musste, fuhr ich mit dem Futterboot zum Spot und ließ die Köder auf dem Platz herab. Da wir uns intensiver unterhielten, hatte ich mein Boot für einen Moment vergessen. Als ich es wieder zurückholen wollte, musste ich feststellen, dass es an Land getrieben war, ich bekam es nicht mehr frei.


Ich bat einen der Jungs, doch eben rüber zu laufen und dem Boot einen Schubs zu geben, damit es wieder frei im Wasser trieb und ich es zurückholen konnte. Gesagt, getan, beim Boot angekommen stellte er fest, dass er mit seinen Turnschuhen nicht ans Boot herankam und rief mir zu, dass ich wohl selber kommen müsste.
Ich zog meine Stiefel an und marschierte los. Als ich ankam, musste ich feststellen, dass das Boot genau an einem Spülfeld aufgelaufen war. Hier standen auch Schilder, dass man es nicht betreten sollte, da Lebensgefahr bestand. In den letzten Tagen hatte es nicht geregnet und der Boden sah hier überall gleich aus.




Ich war dort schon etliche Male hergelaufen und nie ist etwas passiert. Ich ging also los um mein Boot zu befreien. Der junge Mann wartete am Ufer. Auf einmal fing der Boden unter meinen Füßen an zu wabbern und innerhalb von Sekunden sank ich immer tiefer in den Schlamm ein. Der junge Angler rief mir zu, Werner, Du musst da weg, aber es war zu spät dafür. Da ich immer weiter in den Schlamm einsank und der mir schon bis zur Brust ging, legte er sich der Länge nach auf den Boden und hielt mir seine Hand hin. Gott sei Dank war er kräftig genug, um mich halten zu können. Dann zog er mich langsam, aber sicher heraus.
Ich weiß nicht mehr, wie lange es gedauert hat, aber ich weiß, dass ich ohne ihn da nicht wieder heraus gekommen wäre. Wenn der Schlamm sich über mich geschlossen hätte, wäre ich nie wieder aufgetaucht. Nochmal Glück gehabt.


Ich kann nur raten, an solchen Spülfeldern vorsichtig zu sein und die Schilder nicht zu ignorieren. Nicht umsonst stehen die Schilder dort. Ich bin kein Angsthase, aber dieses Erlebnis hat mir doch sehr zu denken gegeben und ich habe mein Verhalten diesbezüglich geändert.

In diesem Sinne, Petri und dicke Fische

Werner Kruse

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