Nwww.carp-kruse.de

Karpfenangeln hinter´m Deich


Wir wollten eine Woche Urlaub machen und unsere beiden Hunde mitnehmen. Dazu brauchten wir ein Ferienhaus, das einen eingezäunten Garten hatte, in dem Hunde erlaubt waren, nicht zu klein war und wenn möglich, am Wasser lag. Da wir uns spät dazu entschlossen haben, war die Auswahl etwas schwierig. Wir haben dann jedoch ein Haus gefunden, dass 6 km von der Nordseekküste entfernt lag, in Niebüll-Emmelsbüll, recht idillisch gelegen. Das Ferienhaus lag wirklich direkt an einem kleinen See, einer sogenannten Wehle. Eine Wehle ist ein durch Auskolkung entstandener See oder Teich. Diese küstennahen Gewässer entstanden bei großen Sturmfluten, die Deichbrüche zur Folge hatten. Der See vor unserem Ferienhaus ist entstanden durch einen Deichbruch am 23. Dezember 1593. Die Nordsee spülte diesen See ca. 3 ha. aus dem Boden mit ca. 7 m Tiefe. Das Wasser ist sehr klar, filtriert durch ca. 10-15 cm große Teichmuscheln. Es sind sehr große Aale, Zander bis zu 8 kg und Karpfen ab 4kg aufwärts drin, wie man mir sagte.




Das Grundstück von 3000 qm ging bis kurz vor dem See. Man mußte nur durch extra freigeschnittene Wege zwischen hohem Schilf durchgehen und schon war man am Wasser. Vor uns lag ein See, sehr idillisch anzusehen, ringsherum mit Schilf bewachsen. Einige Stellen waren extra für die Angler freigemacht.



Am Tag der Ankunft habe ich mir sofort einen Angelschein geholt. Reine "Karfpenangler" sind hier relativ unbekannt, wie ich erfuhr. In den ersten Tagen habe ich nur angefüttert.


Tagsüber waren wir viel mit den Hunden unterwegs, einmal sind wir mit der Fähre zur Insel Föhr gefahren und haben uns dort etwas umgeschaut, denn schließlich war dieser Urlaub kein Angelurlaub. Am späten Nachmittag des 2. Tages bin ich dann zum See runter, ein einheimischer junger Angler angelte dort und erzählte mir, dass er gehört habe, wie es mehrfach in der rechten Ecke des Sees platschte, er meinte die Karpfen wären schon am laichen. Während ich bei ihm stehe und wir uns unterhalten, hatte er einen Biss. Ich habe sofort gesehen, dass er einen Karpfen an der Angel hatte, er hat ihn aber verloren, vielleicht auch weil seine Ausrüstung nicht auf Karpfen ausgerichtet war. Ich versuchte dann am 3. Abend mein Glück. Angefüttert habe ich mit Fischboilies, Pellets und Partikel.


Ich ging mit meiner Ausrüstung runter zum See und habe dort die ganze Nacht verbracht, ohne Aktion. Aber das hatte ich auch erwartet, der See lag sehr ruhig vor mir, es war nichts zu sehen ausser kleinere Fische, die sprangen. Ich bin ab da jeden Abend zum See herunter zum Angeln. Am 5. Tag hatte ich dann Glück, beim letzten Ansitz fing ich einen Karpfen von 16 Pfund und einen von 18 Pfund, den ich dann auch im Foto festgehalten habe. Den Kleineren habe ich nachts sofort wieder zurückgesetzt, ist ja eigentlich nicht meine Größenordnung.


Ich traute meinen Augen nicht, als ich den Sack aufmachte, soviel Modder habe ich noch nie gesehen. Der Karpfen hat wohl mit der Nahrung den ganzen Schlamm vom Boden aufgenommen und im Sack wieder ausgekotzt. Wie man auf dem Foto sehen kann, hatte der Fisch für seine Größe ein riesiges Maul, welches man eher einem 40pfünder zuordnen würde, die in dem See auch vorhanden sein sollen. Aber während des Laichens hatten die wohl alles andere im Sinn, nur nicht fressen.







Für einen Urlaub mit der Familie und wenn man auch gleichzeitig etwas angeln möchte, ist das Ferienhaus ideal. Haus am See Nordfriesland Es gehört einem Mann, der mit Recht als wohl einer der letzten Holzschaukelpferdschnitzer Deutschlands bezeichnet wird. Friedrich Becht - Kunst aus Holz Er hat für mich einen Karpfen geschnitzt, der sich nun auf einer Stange bei uns im Garten im Winde wiegt.


Als Geschenk hat Herr Becht mir noch einen kleinen Karpfen geschnitzt.




Eines seiner in Handarbeit angefertigten Schaukelpferde Kunst aus Holz


www.carp-kruse.de