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Blinki


Die Idee hierzu wurde bereits vor einigen Jahren geboren, als wir gegen Abend an einem französischen See ankamen und unbedingt noch unsere Marker setzen wollten.

Wir bauten unsere Zelte auf und montierten die Ruten. Im Zwiedunkeln fuhren wir mit unserem Boot auf den See hinaus. Wer einmal mit dem Echolot nach Kanten und Rinnen in einem großen See gesucht hat, der weiß, wie schnell die Zeit vergeht, und alles wird rundherum vergessen. So eine Suchfahrt mit dem Echolot kann spannender sein als der schönste Krimi.
Genauso ist es uns an diesem Abend ergangen. Es war inzwischen stockdunkel geworden. Was aber noch viel schlimmer war, der See lag urplötzlich unter einer dichten Nebelglocke. Wir sahen buchstäblich die Hand vor den Augen nicht mehr, geschweige auch nur ansatzweise den Rückweg zu unseren Camps.

Wir schipperten minutenlang im Kreis herum und überlegten, was zu tun ist. Plötzlich fiel mir ein, daß ich von unserem Camp aus auf der gegenüberliegenden Seite zwei Lichter gesehen hatte. Diese galt es also zu finden. Nach einigem Suchen gelang uns dieses dann auch. Jetzt brauchten wir "nur" noch in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Nach einer halbstündigen Irrfahrt fanden wir dann auch unseren Angelplatz wieder.

Genervt, aber auch erleichtert konnten wir endlich unser Schlauchboot verlassen. Mit eingeschlafenen Beinen hatten wir endlich wieder Land unter den Füßen.
Noch am gleichen Abend, oder besser Nacht, schmiedeten wir Pläne, wie man so etwas in Zukunft vermeiden konnte. Lichtquellen am Ufer sollten unser Problem lösen. Aber wie sollten diese aussehen? Petroleum oder Taschenlampen? Bei Nebel auch zu wenig. Hinzu kommt, mit Petroleum an den Händen seine Köder zu montieren, da wäre ein Blank vorprogrammiert.
Es kam mir der Gedanke, Nebelschlußleuchten wie bei einem PKW müßten wir haben. Aber das erschien uns ein wenig zu aufwendig. Eine einfachere Lösung war aber auch schnell gefunden, und zwar batteriebetriebene Rücklichter für Fahrräder!
Wie sich herausstellen sollte, die Ideallösung. Sie waren leicht zu beschaffen und nach einem kleinen Umbau einfach am Rod Pod oder Bankstick zu befestigen. Aber das Wichtigste ist, daß man diese wirklich sehr gut vom See aus erkennen kann und so sein Camp jederzeit wiederfindet. Wenn man zu zweit ist und einer bleibt am Ufer zurück, ist das alles kein Problem, aber wenn man alleine zum Drillen nachts auf den See muß oder zu zweit zum Loten herausfährt, schaltet man einfach vorher das Licht an und schon hat man eine weit sichtbare Lichtquelle.


Ähnliche Modelle gibt es auch für Jogger ect. Die Rücklichter haben in der Regel zwei Funktionen, Dauerlicht und Blinklicht. Mittlerweile haben wir schon viele Variationen ausprobiert. Man kann die Lichter zum Beispiel zwischen zwei Rod Pods aufbauen. So hat man gleich eine "Einfuhrschneise" und man kann, wenn man einen Elektromotor benutzt, ein unangenehmes Kappen der Schnüre vermeiden.
Noch besser findet man den Rückweg, wenn man zwei Lichter hintereinander stellt. Man nimmt dazu zwei Banksticks, einen Kurzen und einen Längeren (Stormstick), stellt den kurzen Bankstick bei flachem Ufern ca. 10 bis 15 m in den See hinein und den längeren am Ufer auf. Hat man dann, vom Wasser aus gesehen, beide Lichter in einer Flucht hintereinander, kann man gerade aus ans Ufer fahren, ohne in seine Schnüre zu geraten, oder noch schlimmer, in die Schnur des Nachbarn. Der würde sich bedanken für diesen ungewollten Fullran.

Alles in allem sind die Lichter eine nützliche und preisgünstige Hilfe, um nachts seine Ruten auszubringen, zu loten oder hoffentlich unser eigentliches Ziel zu erreichen, nämlich den Karpfen des Lebens zu drillen und zu keschern.

Für mich waren sie schon so manches Mal eine große Orientierungshilfe.

In diesem Sinne, B L I N K I , dann klappt es auch mit dem nächtlichen Karpfendrill.

Werner Kruse

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