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Der Erfolg kehrt zurück - ein Rückblick auf die Saison 2006

Nach nun über 20 Jahre Karpfenangeln in Deutschland und in den euroäpischen Nachbarländern und vielen großartigen Fängen und Erlebnissen, viel Spaß und größtenteils nette Bekanntschaften hatte mich 2005 die Seuche erreicht. Mein Vorsatz, in diesem Jahr nur ein Gewässer intensiv zu befischen, hatte sich als Pleite herausgestellt. Ich hatte mich für einen See entschieden, in dem ich 2004 einige große Fische gefangen habe und war in dem Glauben, dass hier noch ein paar Kapitale auf mich warten. Doch an diesem Gewässer haben sich ein paar grundlegende Fakten und Umstände geändert, so dass die Fische wohl ihre Beisslaune verloren hatten. Ich hoffe, sie kommt noch einmal wieder, vielleicht irgendwann 2007.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mehrere Gewässer in einem Jahr befischt. Sei es die Ems, den Dortmund-Ems-Kanal oder Seen. Das war oftmals auch nicht immer der Renner, aber dadurch, dass ich mehrere Futterstellen hatte, konnte ich schneller einmal reagieren, den Platz wechseln und ein anderes Gewässer aufsuchen, wenn es einmal nicht so gut lief, aus welchen Gründen auch immer. Meistens war es ja so, wenn man am Kanal saß und es nicht lief, hieß es "wäre ich doch zur Ems gefahren" usw. Wenn man nur ein Gewässer befischt, kann das natürlich nicht passieren. Diese Situation wollte ich einmal versuchen komplett auszuschließen. Aber wie schon gesagt, der Schuß ist nach hinten losgegangen. Wetterwechsel und Temperaturumschwung taten das Übrige, aber ich musste dadurch. Es kann doch nicht sein, dass ich keine Fische fange, zumal ich wußte, dass große Fische im Gewässer herumschwammen.

Also weitermachen, aussitzen etc. Durchhalte-Parolen wie die anderen fangen auch nicht oder der Spruch "jeder Tag ist Angeltag, aber nicht jeder Tag ist Beißtag", das alles war natürlich nicht wirklich befriedigend für mich. Aber genug geredet über das Seuchenjahr. Es kam ein Neues und dieses sollte besser werden, hoffte ich zumindest. Für das Frühjahr hatte ich mir die Ems und für den Frühsommer den Kanal, danach dann einen neuen See vorgenommen. Aber alle Gewässer der Reihe nach. Im Winter hatte ich genügend Zeit und Muße, mir einige Strategien für dieses Vorhaben auszutüfteln. In dieser Zeit bauten wir uns noch zwei Futterboote, um optimal gerüstet zu sein. Gar nicht so einfach, so ein Teil zu bauen. Ich weiß jetzt, warum die so teuer sind. Alleine das Zubehör, von den vielen Arbeitsstunden ganz zu schweigen, aber es hat nach kleineren Problemen geklappt und ich habe jetzt ein selbstgebautes Futterboot. Das Teil über den See fahren zu sehen, ist genauso befriedigend wie ein selbstgedrehter Boilie, mit dem man dann auch noch gut fängt. An dieser Stelle noch einmal Danke an meinen Kumpel Faruk, er hat die meiste Arbeit geleistet.

In dieser Phase kam dann eine Anfrage von Christian Winterroth von der Firma B.Richi, ob ich nicht Interesse und Lust hätte, die neuen Ruten zu testen, die in Kürze in Serie gehen sollten. Da ich immer für Neues aufgeschlossen bin, sagte ich zu. Es dauerte nicht lange und ein ganzes Arsenal von Protptypen trudelten bei mir ein. Da waren ein paar richtige Kracher dabei, so mein erster optischer Eindruck. Alles andere sollte sich am Wasser im Härtetest mit hoffentlich vielen großen Fischen zeigen. Oberstes Gebot war natürlich erst einmal wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren und überhaupt Fische zu fangen. Daran ändert bekanntlich keine neue Rute etwas, sondern hier greifen andere Faktoren. Selbtvertrauen in seine Köder und Vorgehensweise haben hier Priorität. Es kann ja nicht alles falsch gewesen sein, was ich in den letzten 20 Jahren gemacht habe, sonst hätte ich nicht soviel Erfolg gehabt und es würde mich auch keiner fragen, ob ich für ihn Ruten, Rollen, Tackle usw. teste.

Mit neuem Selbstvertrauen und Willen zum Erfolg machte ich mich auf in die neue Saison. Jeder kann ja mal in die Sch... greifen, es konnte ja nur besser werden nach dem Seuchenjahr. Getreu dem Motto: Wie ein niedergeschlagener Boxer aufstehen und zurückschlagen. Für mein Vorhaben, zuerst die Ems zu befischen, suchte ich mir von den Prototypen einen Satz CPT Slim Royal Edition in !3 ft lbs Ruten heraus. Das war der Kracher. Bleie bis 180 Gramm waren kein Problem, Kraft und Rückgrat waren phantastisch und trotzdem kein steifer Knüppel. Die tolle Verarbeitung stach mir gleich ins Auge, ihre relativ gutmütige Aktion verzeiht auch mal einen Fehler im Drill. Gleich beim ersten Mal konnte ich die Super-Drilleigenschaft dieser Rute erleben und war begeistert. Meine Strategie, zuerst die Ems zu befischen, sollte die Richtige gewesen sein. Gleich bei den ersten Ansitzen fing ich ein paar schöne Fische bis knapp 40 Pfund. Bingo, der Karpfengott, wenn es ihn denn gibt, hatte mich wieder lieb.

Der Mai kam und die Karpfen begannen in der Ems mit ihrem Liebesspiel und hatten außer Laichen nichts mehr im Kopf. Gewässerwechsel war angesagt. Vorhaben Nr. zwei, der Kanal, war dran. Durch die Erfolgsserie im Frühjahr war ich wieder obenauf. Für den Kanal wechselte ich jetzt die Ruten. Gleiches Modell, 2 3/4 lbs 12 ft. Version kam zum Einsatz. Nach einem Blank-Wochenende kam aber auch hier der Erfolg an einer Stelle, die ich schon in früheren Jahren befischt habe. Ein paar gute 20ziger und 30ziger lernten meine Abhakmatte kennen. Ich hatte jetzt schon mehr Fische als im ganzen Jahr 2005. Das konnte so weiter gehen. Der Stress mit den Schiffen am Kanal - ich habe das Gefühl es werden jedes Jahr mehr - trieb mich dann doch wieder an einen See.

Mit einem Freund war ich einem neuen Verein beigetreten, um einen für uns ganz neuen See zu befischen. Nach kurzem Streß mit den Vorstandsmitgliedern, die hatten "so etwas" noch nie gesehen, sprich Futterboote, Bissanzeiger etc. konnte es losgehen. Der Spruch dieser Herren, wir seien ihnen viel zu professionel, hatte uns schon einen Schrecken eingejagt. Daraufhin bot ich ihnen meinen Schein an und sagte: "Gib mir mein Geld zurück, dann ist der Fall erledigt".Das wollten sie aber auch nicht, also konnten wir erst einmal loslegen. Es wird halt alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Ich war schon irgendwie heiß auf diese Gewässer. Wenig Karpfenangler und relativ alte Seen. Schlauchboot, Futterboot zumindest ein einem der beiden Seen war erlaubt. Der erste Ansitz bescherte mir gleich 14 Karpfen, diese waren aber nicht so ganz in meiner Gewichtsklasse. Fische bis 18 Pfund, Spiegler und Schuppis etwa zu gleichen Teilen. Im Jahr 2005 hätte ich Gott weiß was darum gegeben, so eine Session zu erleben.

Aber wie sagt man, wo Kleine sind, schwimmen auch Große. Der See ist alt genug, um solche zu beherbergen. Ich sollte mich nicht getäuscht haben in diesem Gewässer. Es dauerte nicht lange und ein Traum wurde für mich wahr. In nur wenigen Wochen fing ich Karpfen von 40 / 58,5 / 62,2 / 66,4 Pfund, wobei der 58,5 Pfund und 62,2 Pfund ein Wiederfang war, wie ich auf den Bildern später sehen musste. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich nicht, dass ich ganz knapp am Deutschen Rekord vorbeigeschrammt bin, aber egal, so ein Jahr habe ich noch nie erlebt und werde ich vielleicht auch nicht wieder erleben. Aber wer weiß, unverhofft kommt oft. Was gibt es Schöneres, als mit Freunden am Wasser zu sitzen und voller Hoffnung in eine neue Saison zu starten, um auf schöne Carps zu warten.

Wenn man nach einem schlechten Jahr weiter an sich arbeitet und durchhält, wird auch wie bei mir der Erfolg wieder eintreten. Wenn es dann auch noch mit solchen Biggis klappt, umso besser. Bei solchen Fischen kann man natürlich gut eine Rute testen. Solche Kracher verlangen Material und Fänger schon einiges ab.

Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jährchen am Wasser verbringen und unserm schönen Hobby nachgehen kann (bin ja nicht mehr der Jüngste). Wie sagt man, the Show must go on. Vielleicht 2007 mit dem deutschen Rekord. Ich für meine Person werde alles daran setzen.

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